Großübung am Flughafen Saarbrücken

Sonntag, 22. November 2009 |  Autor: Ingo Vigneron

Am 21. November proben der Flughafen Saarbrücken, die zuständigen Feuerwehren, der Rettungsdienst und die Notfallseelsorge den Ernstfall.

Die ICAO Rettungsübung “Stormy Grass 2009″ sieht vor dass ein Flugzeug bei der Landung in Saarbrücken verunglückt.

Rettung aus dem Flugzeug

Rettung auf dem Vorfeld

Wenige Minuten vor der Landung macht der Flugkapitän die üblich Durchsage an seine Passagiere. Insgesamt sind 25 Reisende und drei Besatzungsmitglieder an Bord. Neben einigen Geschäftsleuten und einer Schülergruppe fliegt auch die Familie des Piloten mit nach Saarbrücken. Zunächst verläuft alles normal. Die Maschine setzt auf der Landebahn auf. Ein dumpfer Knall, gefolgt von einem stark veränderten Rollgeräusch lassen nichts Gutes ahnen.

Verletzter wird in Sicherheit gebracht

Verletzter wird in Sicherheit gebracht

Nachdem ein Reifen geplatzt ist kommt das Flugzeug von der Bahn ab. Schon jetzt alarmiert der Kontrollturm die Flughafenfeuerwehr. Die außer Kontrolle geratene Maschine ist zu schnell und steuert auf einen Zubringerbus zu. Die Piloten können die Kollision nicht verhindern. Bei dem Aufprall wird die rechte Tragfläche und ein Teil der Bordwand herausgerissen. Mehrere Passagiere werden aus aus dem Flugzeug geschleudert.

Betreuung

Feuerwehr betreut eine gerettete Person

Der Bus und das Flugzeug fangen Feuer. Einige Mitarbeiter des Flughafens eilen den Verletzten zu Hilfe. Kurz darauf löschen mehrere Flugfeldlöschfahrzeuge die entstandenen Brände. Die ersten Angriffstrupps der Flughafenfeuerwehr Saarbrücken schreiten sofort zur Tat. Es gelingt Ihnen die ersten Verletzten aus dem Gefahrenbereich zu bringen.

Sehr bald treffen die ersten Einheiten der Feuerwehr Saarbrücken und des Rettungsdienstes am Flughafen ein. Noch immer ist die verunglückte Maschine und der Bus stark verqualmt. Unter schwerem Atemschutz werden die desorientierten und teils verletzten Personen gerettet.

Patienten werden gesichtet

Patienten werden gesichtet

Die verletzten Patienten werden an einer Sammelstelle begutachtet und erhalten bei Bedarf lebensrettende Sofortmaßnahmen. Mitarbeiter und Einsatzkräfte betreuen auch die unverletzten Personen. Die Rettungskräfte bauen einen Behandlungsplatz auf dem Vorfeld auf. Wenn erforderlich, werden Patienten noch vor Ort behandelt. Sie werden nach dem Schwergrad ihrer Verletzung priorisiert und in die umliegenden Krankenhäuser gebracht sobald sie transportfähig sind.

Flughafenmitarbiterin betreut einer Patientin

Flughafenmitarbeiterin betreut eine Patientin

Die Mitarbeiter der Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland betreuen unverletzte Betroffene. Die Betreuung der Abholer wird ebenfalls geplant. Einsatzkräfte und Flughafenmitarbeiter sowie deren Angehörige haben auch in den Wochen nach dem Ereignis die Möglichkeit sich mit den Einsatznachsorgekräften in Verbindung zu setzen.

An dieser Notfallübung waren folgende Einheiten beteiligt:

  • Flughafen Saarbrücken GmbH
    • Geschäftsführung
    • Vorfeldkontrolle (Ramp Control)
    • Operations (Verkehrsassistent/Handling-Agent)
    • Rettung aus dem Flugzeug

      Rettung aus dem Flugzeug

    • Fluggastabfertigung
    • Öffentlichkeitsarbeit EAS
    • Flughafenfeuerwehr
  • Feuerwehr Saarbrücken
    • Berufsfeuerwehr
    • Löschbezirk 11
    • Löschbezirk 12
    • Löschbezirk 13
    • Löschbezirk 14
    • Löschbezirk 20
    • Löschbezirk 22
    • Löschbezirk 26
    • Löschbezirk 27
    • Haupteinsatzzentrale
  • Öffentlich rechtliche Rettungsdienst
    • Rettungswache BF Saarbrücken
    • Rettungswache ASB Brebach
    • Rettungswache DRK St. Ingbert
    • Rettungswache DRK Sulzbach
    • Rettungsleitstelle Winterberg
  • Notfallseelsorge & Krisenintervention Saarland e. V.
    • Einsatzgruppe Saarbrücken
    • Einsatzgruppe Saarlouis
    • Einsatzgruppe Neunkirchen
    • Einsatzgruppe Saarpfalzkreis
    • Einsatzgruppe Merzig-Wadern
    • Vor- & Nachsorge für Einsatzkräfte (VNE)

Auftraggeber und Organisatoren dieser Übung waren die Flughafen Saarbrücken GmbH und die Berufsfeuerwehr Saarbrücken.

Ein Patient wird stabilisiert

Ein Patient wird stabilisiert

Wir, die Abteilung für Ausbildung und Simulation der Freiwilligen Notfallhilfe e. V., haben insgesamt 48 Helfer für diese Übung eingesetzt. Sieben Mitarbeiter waren mit der Übungssteuerung betraut. 28 Darsteller simulierten die Passagiere und Besatzungsmitglieder der landenden Maschine. 13 Darsteller simulierten betroffenes Bodenpersonal und Mitarbeiter anderer Airlines.

Unser Mimentrupp wurde bei der Darstellung unterstützt von der RUND Gruppe der Feuerwehr im Saarpfalzkreis, von der RUND Gruppe des DLRG Karlsbad und von den Schulsanitätern der Saarbrücker Malteser. Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit!

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Ingo Vigneron
Ausbildung & Simulation
Freiwillige Notfallhilfe e. V.

Beiträge und Berichte zu dieser Übung:

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Thema: Einsatzberichte

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